Osterkonzert 2017 auf CD

Zum zweiten Mal trat der Bachchor Salzburg beim Osterkonzert in Klosterneuburg zusammen mit dem Bach Consort Wien auf. Das gesamte Programm war Antonio Vivaldi gewidmet, der 1703 in den Dienst des Ospedale della Pietà in Venedig trat und für dessen Chor und Orchester Werke verfasste, die bis heute bekannt und beliebt sind.

Vivaldis "Stabat mater" und "Gloria" gehören zu seinen am häufigsten aufgeführten Werken. In ihrer Anlage ebenso kompakt wie vielfältig fordern sie die Mitwirkenden sowohl in Spannung wie Virtuosität. Dazu wählte Rubén Dubrovsky aus Vivaldis Schaffen für das Ospedale noch kleine Juwelen für Orchester und Soli. Im "Lauda Jerusalem" RV 609 präsentieren sich Soli, Chor und Orchester mit höchster Energie und Strahlkraft.

Meisterwerke aus dem Waisenhaus

Das Ospedale della Pietà war in Venedig die Auffangstation für Mädchen, die als Säuglinge dort in der "culla segreta", der Babyklappe, abgelegt wurden. - Nicht nur aus Gründen der Armut, sondern auch mancher illegitime Spross des venezienischen Hochadels dürfte dabei gewesen sein.

Begabte Mädchen erhielten im Ospedale eine musikalische Ausbildung hoher Qualität, denn die Einrichtung finanzierte sich nict zuletzt über die dort stattfindenden Konzerte. Hoch qualifizierte Musiker wurden hierfür angestellt: Johann Rosenmüller war einer von Vivaldis Vorgängern, der Neapoletaner Nicola Porpora, der höchst angesehen in London und Dresden wirkte, einer seiner Nachfolger.

Chor und Orchester des Ospedale waren eines der angesehendsten Ensembles im 18. Jahrhundert und so verwundert es nicht, dass Vivaldi für sie eine Vielzahl grandioser Werke schuf, aus denen eine erlesene AUswahl nun auf CD vorliegt.

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